Schnelle Hilfe bei Krisen Psychotherapie
Jeder Mensch kann in eine persönliche Krise geraten. Oft geht von heute auf morgen nichts mehr. In einer solchen Situation ist schnelle Hilfe gefragt – am besten in Form von therapeutischer Unterstützung. Wir übernehmen die Kosten für eine notwendige Psychotherapie. Außerdem unterstützen wir Sie bei allen notwendigen Schritten, die zur Beantragung notwendig sind.
Psychotherapie - Schritte zur Kostenübernahme
Vereinbaren Sie einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde.
In der psychotherapeutischen Sprechstunde erkennt der Therapeut, ob Ihre Beschwerden psychischen Hintergrund haben und ob Sie dringend psychotherapeutischer Behandlung bedürfen und in welchem Verfahren.
Falls dieser Bedarf besteht, erhalten Sie hierüber eine Bescheinigung.
Nach Erhalt der Bescheinigung in der psychotherapeutischen Sprechstunde können Sie Probesitzungen bei diesem oder bei einem anderen Therapeuten vereinbaren (je nach Therapieverfahren bis zu acht Stunden).
Info: Wegen des hohen allgemeinen Bedarfs an Psychotherapien stehen häufig die Therapeuten für die Probesitzung nicht für die dann anschließende notwendige psychotherapeutische Behandlung zur Verfügung. In diesem Fall müssen Sie sich selbst bei anderen Therapeuten um einen zeitnahen Termin zur Aufnahme der Psychotherapiebehandlung bemühen.
Adressen und Zeiten der telefonischen Erreichbarkeit der Psychotherapeuten können über die Webseite der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung oder über Kundencenter der IKK BB erfragt werden, wobei letztere Sie auch bei der Platzsuche unterstützen können, wenn Sie sich nachweislich mehrfach erfolglos um einen als dringend bescheinigten Beginn einer Psychotherapie bemüht haben.
Außerdem ist die Terminservicestelle der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung verpflichtet, Ihnen einen Termin für die psychotherapeutische Sprechstunde, die Akutbehandlung und die Probesitzung (aber nicht für die komplette therapeutische Behandlung) in zumutbarer Entfernung binnen vier Wochen zu vermitteln.
Zwischen psychotherapeutischer Sprechstunde und Aufnahme einer geregelten Psychotherapie kann zur Linderung akuter Krisensituationen oder drastischer Verschlechterung des seelischen Zustandes eine psychotherapeutische Akutbehandlung aufgesucht werden.
Zeiten der telefonischen Erreichbarkeit der Psychotherapeuten können über die Webseite der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung oder über Kundencenter der IKK BB erfragt werden. Sollten Sie selbst keinen zeitnahen Termin zur psychotherapeutischen Akutbehandlung erhalten, so ist die Terminservicestelle der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung verpflichtet, Ihnen einen solchen in zumutbarer Entfernung binnen vier Wochen zu vermitteln.
Mit der Bescheinigung, die Sie in der psychotherapeutischen Sprechstunde erhalten haben, gehen Sie zu einem Therapeuten, der mit Ihnen Probesitungen vereinbaren wird.
Im Regelfall stellt der Therapeut der Probesitzung die Diagnose, begründet die Notwendigkeit der Psychotherapie und beschreibt, wie er vorgehen wird und welchen Zeitraum er dafür vorsieht. Er erstellt ein Gutachten, das von einem unabhängigen Gutachter geprüft wird.
Die IKK erklärt für die Psychotherapie die Kostenübernahme auf der Grundlage dieses Gutachtens.
Gut zu wissen:
- Bei sogenannten Kurzzeittherapien kann das Gutachterverfahren entfallen, wenn der Therapeut aufgrund seiner Erfahrung durch die Kassenärztliche Vereinigung davon befreit ist.
- Nach Beendigung einer Langzeit-Psychotherapiebehandlung kann der Therapeut noch ein gewissen Stundenkontingent aufbehalten für Kontroll- und Nachbesprechungen zur Rezidivprophylaxe in den nächsten zwei Jahren.
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Anerkannte Therapieverfahren
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Therapieverfahren. Wir gewähren für die drei Formen der Psychotherapie die Kostenübernahme, deren Erfolge wissenschaftlich erwiesen sind.
Ein viertes Verfahren (systemische Therapie) wird in Kürze hinzukommen.
- langfristig angelegt
- Aufarbeitung von Konflikten aus der Kindheit und verdrängten Erlebnissen
- Neurosen
- Depressionen
- psychosomatische Erkrankungen
- basiert auf der Psychoanalyse
- durchdringt Probleme und erkennt dahinter verborgene Konflikte
- Konfliktbewältigung
- akute, konkrete Probleme
- unerwünschtes Verhalten wird analysiert
- durch alternatives Verhalten ersetzt
- Phobien
- Angstreaktionen
Welches Therapieverfahren das richtige ist und wie viele Stunden Psychotherapie nötig sind, hängt von der Art des psychischen Problems ab und wird in der psychotherapeutischen Sprechstunde festgelegt.
Eine einzelne Stunde dauert mindestens 50 Minuten (Psychotherapeutische Sprechstunde und Psychotherapeutische Akutbehandlung mindestens 25 Minuten).
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Schnelles Handeln bei psychischen Problemen zählt
Der Verlust des Arbeitsplatzes, eine Trennung oder der Ausbruch einer schweren Krankheit: Einschneidende Ereignisse können das Seelenleben durcheinanderbringen. Oft liegt die Ursache für seelische Beschwerden wie Depressionen auch in der Kindheit. Gezieltes Eingreifen kann schnell stabilisieren. Unter Umständen lässt sich damit sogar eine längere psychotherapeutische Behandlung ganz vermeiden.
DMP "Depression" in Vorbereitung
Die Behandlung schwerer Depressionen ist schwierig und langwierig – und benötigt oft ein gutes Zusammenwirken verschiedener therapeutischer Schwerpunkte. Ein neues Chronikerprogramm (DMP) soll künftig helfen, Betroffene besser und abgestimmter zu versorgen.
Teilnehmen können an dem künftigen Programm Menschen „mit chronischer Depression oder wiederholt auftretenden depressiven Episoden mittel- bis schwergradiger Ausprägung“, so der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Leidet der Betroffene zusätzlich an anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen wie Angststörungen, Alkoholabhängigkeit, Tumorerkrankungen oder Diabetes mellitus hat, kann er trotzdem in dieses DMP eingeschrieben werden, denn: Depressionen gehen erfahrungsgemäß oft mit weiteren Krankheiten einher, die als eigenständiges Therapieziel nun im DMP adäquat diagnostiziert und mit behandelt werden sollen.
Anders ist es, wenn die Depression erst als Folge einer bestehenden körperlichen Grunderkrankung auftritt: Dann ist eine Einschreibung in dieses DMP in der Regel nicht möglich, da dann die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund steht. Ob die genannten Ein- und Ausschlusskriterien für das DMP „Depression“ im Einzelfall vorliegen, werden dafür qualifizierte Ärztinnen und Ärzte prüfen.
DMP-Vorbereitungen laufen
Bevor betroffene Versicherte sich in das neue Programm einschreiben können, müssen nun die Krankenkassen, auch die IKK BB, mit beteiligten Ärzten und Krankenhäusern Verträge zur praktischen Umsetzung abschließen und genehmigen lassen. Diese organisatorische Arbeit wird noch einige Monate dauern – wir informieren Sie, sobald das Programm starten kann.
Interview mit der Diplom-Psychologin Frau Dr. Juliane Paech

Psychische Belastungen sind für viele Menschen eine zunehmende Herausforderung, während geeignete Therapieangebote oft nicht zeitnah verfügbar sind. Die IKK BB geht hier neue Wege: Speziell organisierte Gruppenpsychotherapien bieten Versicherten zeitnah professionelle Unterstützung und ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang zu therapeutischer Hilfe.
Frau Dr. Juliane Paech, Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie), gibt Einblicke, wie das Modell in Potsdam funktioniert, wie Gruppenpsychotherapie konkret abläuft und welche Chancen sie für Betroffene bietet.
Psychische Belastungen nehmen zu. Welche Themen stehen aktuell im Fokus?
Frau Dr. Paech: Menschen bringen sehr unterschiedliche Belastungen mit – von Ängsten, Zwängen oder depressiven Episoden bis hin zu Folgen gesellschaftlicher Entwicklungen oder Traumata. Psychische Beschwerden entstehen oft aus einer Mischung individueller Faktoren und zusätzlicher Stressoren. Irgendwann wird die Belastungsgrenze erreicht und das kann zu Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen führen.
Wie hoch ist die Nachfrage für die IKK BB-Gruppenpsychotherapie?
Frau Dr. Paech: Die Nachfrage ist hoch. Aufgenommen wird nur, wer über die IKK BB nachweisen kann, dass er zuvor erfolglos versucht hat, einen Therapieplatz zu bekommen. Die Person wird dann von der IKK BB für die Gruppenpsychotherapie vermittelt.
Wie funktioniert die Gruppenpsychotherapie?
Frau Dr. Paech: Die Gruppen sind anliegenoffen gestaltet und finden zu dem Thema „Umgang mit Lebensbelastungen“ statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ähnlichen Beschwerden, aber individuellen Hintergründen, tauschen sich aus. Der Austausch selbst ist heilend: Man erlebt Verständnis, Gehör und Rückmeldungen auf Augenhöhe.
Wie läuft das praktisch ab?
Frau Dr. Paech: Vor Aufnahme erfolgt zunächst eine Einzelsitzung zum Kennenlernen, um zu prüfen, ob die Gruppenteilnahme passt. Danach nehmen die Teilnehmer wöchentlich an den Sitzungen teil. Die Gruppe besteht aktuell aus sechs Personen, gemischt nach Alter und Geschlecht; eine Erweiterung auf bis zu neun Teilnehmern ist möglich.
Wie stellt sich die Altersspanne dar?
Frau Dr. Paech: Wir achten auf eine ausgewogene Mischung, damit die Dynamik stimmt. Die Altersspanne reicht von jungen bis zu älteren Menschen, auch Senioren nehmen teil. Die Offenheit für Therapie hat sich grundsätzlich bei Männern positiv entwickelt.
Und wie lange dauern die Gruppensitzungen?
Frau Dr. Paech: 100 Minuten pro Sitzung. Zu Beginn der Gruppenpsychotherapie geht es eher um das gegenseitige Kennenlernen und Vermittlung von Wissen über die Erkrankung und Behandlungsansätze, z. B. das Vulnerabilitäts-Stress-Modell, um Beschwerden und Verhaltensmuster zu verstehen. Danach arbeiten die Teilnehmer an ihren individuellen Anliegen und Strategien.
Ist die IKK BB die einzige Kasse mit einem solchen Gruppenangebot?
Frau Dr. Paech: Nicht gänzlich, aber unser Vertrag ist bundesweit besonders – wir haben eine Gruppenpsychotherapie exklusiv für IKK BB Versicherte, was wohl ein Alleinstellungsmerkmal ist.