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Der weite Weg in die digitale Gesundheitswelt

Kein Zweifel, die Zukunft wird digital, auch im Gesundheitswesen. Doch in diesem Umfeld voller hochsensibler Daten kommt es auf Augenmaß, Sicherheit, Praktikabilität und Einheitlichkeit an. IKK-Verwaltungsrat Nikolaus Chudeck begleitet als Vorsitzender des Digitalausschusses im Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) den Weg in die digitale Gesundheitswelt und gibt im Folgenden einen Ausblick.

Am Anfang stand die Idee einer umfassenden elektronischen Gesundheitskarte (eGK) als Schlüssel zur wachsenden digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen. Planung und Umsetzung übernahm die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik).

Der Weg bis zur endgültigen Einführung der eGK als einzig gültigen Ausweis für alle gesetzlich Krankenversicherten war schwierig. Dadurch verzögerte sich die Einführung mehrere Jahre bis zum 01.01.2015. Nach fast zehn Jahren Entwicklung also und rund 2,7 Milliarden Euro Kosten nutzen wir heute beim Arzt oder im Krankenhaus eine Chipkarte, die lediglich unsere persönlichen Stammdaten wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Krankenkasse und Status enthält - und ein Lichtbild zum Schutz gegen den Missbrauch der eGK durch Fremde hat.

Der digitale Zeitgeist rollt

  • Die Nachfrage nach digitalen Funktionen im Gesundheitswesen steigt derweil rasant:
  • Die medizinischen Gesundheitspartner warten darauf, personenbezogene medizinische Daten und Unterlagen in einer datensicheren elektronischen Patientenakte (ePA) online ablegen und in Abstimmung mit den Patienten austauschen zu können.
  • Auch Notfalldaten und Medikationspläne sollen laut gematik schnellstmöglich auf der eGK gespeichert werden können. Das Zulassungsverfahren hierfür läuft bereits.
  • Krankenkassen wollen ihren Versicherten digitale Services wie z.B. eine elektronische Patientenquittung und weitere Dienstleistungen anbieten.
  • Eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) soll künftig Arbeitsprozesse in Arztpraxen, bei Kassen und bei Arbeitgebern entbürokratisieren.

Die Entwickler der eGK und der Telematik-Infrastruktur (TI) geraten unter Zugzwang. Sie müssen die heute schon hohen und rasant weiter steigenden technischen und organisatorischen Anforderungen an ein digitalisiertes Gesundheitssystem schneller als bisher erfüllen. Das Bundesgesundheitsministerium möchte z.B., dass die elektronische Patientenakte allen gesetzlich Versicherten bis spätestens 2021 zur Verfügung steht. „Wir müssen jetzt handeln und alle gemeinsam das Gesamtprojekt Telematik in Deutschland zügig voranbringen. Sonst überrollt uns der digitale Zeitgeist“, beschreibt Nikolaus Chudek, IKK-Verwaltungsrat und Vorsitzender des Digitalausschusses im Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Situation. „Die Planung muss strikt patientenorientiert sein. Zugleich sind die Interessen des Gesetzgebers, der Gesetzlichen Krankenversicherung und der Gesundheitspartner zu koordinieren. Nur mit einheitlichen Standards erreichen wir eine digital gestützte, bessere Gesundheitsversorgung bei gleichzeitig höchster Datensicherheit.“

Apps auf der Überholspur?

Digitale Funktionen begleiten uns per App auf dem Smartphone inzwischen selbstverständlich durch den Alltag. Der Trend dorthin zeichnet sich auch für die telematische Zukunft ab. Nikolaus Chudek nennt ein Beispiel: Für die sichere Anbindung der IT-Systeme medizinischer Einrichtungen an die Telematik-Infrastruktur sind Produkte der Industrie notwendig, die von der gematik zugelassen werden, wie z.B. der Konnektor. Der ist wie ein Router, jedoch mit mehr Funktionen und sehr hohem Sicherheitsniveau, verschlüsselt und abgeschirmt vom sonstigen Internet. Hier geht es – ähnlich wie im Zahlungsverkehr - hin zu weitgehend kontaktlosen Softwarelösungen. Die Gesetzesvorlage zur Anpassung der eGK-Funktionen wird gerade mit den Partnern abgestimmt“. Damit reagiert die Telematik auf Tendenzen im Gesundheitswesen und in der Digitalwirtschaft, eigene Produkte, z.B. Apps als elektronische Gesundheitsakte (eGA) oder als Gesundheitsassistenz an den Markt zu bringen.

IKK BB wird digital(er)

„Die Selbstverwaltung hat sich vorgenommen, die IKK BB schrittweise zu einem auch digitalen Dienstleister zu wandeln,“ umreißt Nikolaus Chudek das strategische Ziel. Koordiniert wird die Digitalisierung von einem fachübergreifend besetzten Steuergremium, das regelmäßig tagt.

  • Schon heute stellt die IKK BB ihren Versicherten ausgewählte Digitalangebote des Marktes zur Verfügung (z.B. Tinnitracks-App)
  • Ein internes Fachteam entwickelt eigene Produkte wie aktuell die neue IKK BB-App.
  • Die Kommunikation mit den IKK BB-Versicherten wird ebenfalls digitaler; interne Prozesse wie der Briefverkehr werden schneller, effizienter und damit kundenfreundlicher.

Das alles entspricht, so die Sicht der IKK BB, der aktuellen Marktlage, sollte jedoch stets in Abstimmung mit der wachsenden Telematik-Infrastruktur geschehen.

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Zur Person: Nikolaus Chudek, Schornsteinfegermeister aus Berlin, ist seit der ersten Amtsperiode/April 1999 ordentliches Mitglied im IKK-Verwaltungsrat. Lange Jahre war er Verwaltungsratsvorsitzender auf der Arbeitgeberseite und ist heute Mitglied im Grundsatzausschuss. Als Vorsitzender im Digitalausschuss des GKV-Spitzenverbandes tritt Nikolaus Chudek für die Interessen der IKK BB-Versicherten als künftige Nutzer einer umfassenden, datensicheren Telematik ein.