Sie sind hier: > Startseite > Leistungen > Pflegeversicherung > Pflegegrade
Hand einer Frau im Rollstuhl wird gehalten
Kostenloses Servicetelefon
0800 - 88 33 244
Mo - Fr 8-19 Uhr


DE-Mail schicken

 

Pflegegrade

Seit dem 1. Januar 2017 ersetzen fünf Pflegegrade die bisherige Einteilung in drei Pflegestufen. Damit zusammen fällt ein neues Verfahren zur Beurteilung der Pflegebedürftigkeit und eine Ausweitung der Leistungen. Erfahren Sie hier was es zu Pflegegraden und Co. zu wissen gilt!

Die Kriterien für die Zuordnung zu einem Pflegegrad

Die Einführung der fünf neuen Pflegegrade soll eine differenziertere Erfassung des Pflegezustandes ermöglichen. Insbesondere geistigen und psychischen Krankheiten – allen voran Demenzerkrankungen – soll damit Rechnung getragen werden. Die Einteilung in den jeweiligen Pflegegrad erfolgt dabei nicht mehr primär nach dem Zeitaufwand, der zur Bewältigung der Anforderungen des Alltags notwendig ist, sondern in erster Linie nach dem Grad der Selbstständigkeit von pflegebedürftigen Personen. Als Einteilungskriterien dienen die folgenden Punkte:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit Krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Pfegestufen und Pflegegrade im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt, wie die Überleitung von Pflegestufen in Pflegegrade im Detail aussieht.

Pflegestufe

Pflegegrad

 

Unter Umständen Pflegegrad 1

Pflegestufe 0 für Menschen mit geistigen Einschränkungen

Pflegegrad 2

Pflegestufe I

Pflegegrad 2

Pflegestufe I für Menschen mit geistigen Einschränkungen

Pflegegrad 3

Pflegestufe II

Pflegegrad 3

Pflegestufe II für Menschen mit geistigen Einschränkungen

Pflegegrad 4

Pflegestufe III

Pflegegrad 4

Pflegestufe III Härtefall

Pflegegrad 5

Pflegestufe III für Menschen mit geistigen Einschränkungen

Pflegegrad 5

 

Pflegegrad 1: Diese Leistungen gibt es

Für Pflegegrad 1 gab bisher kein Äquivalent. Dieser Pflegegrad sieht Leistungen für Menschen vor, die bislang in keine Pflegestufe eingeteilt worden waren. Sie können aber ihren Alltag dennoch nicht mehr ohne Hilfe bewältigen. Die möglichen Leistungen umfassen daher:

  • Pflegekurse (sowohl für Angehörige als auch für ehrenamtliche Pflegepersonen)
  • eine Versorgung mit Pflegehilfsmitteln
  • eine Pflegeberatung (auch in der eigenen Wohnung)
  • zusätzliche stationäre Betreuung in Pflegeeinrichtungen
  • zusätzliche Leistungen in Wohngruppen, die ambulant betreut werden
  • finanzielle Zuschüsse für die Verbesserung des gemeinsamen oder individuellen Wohnumfelds
  • 125 EURO Entlastungsbetrag – eventuell auch in Form einer Sachleistung (beispielsweise durch einen Pflegedienst)
  • 125 EURO Zuschuss bei vollstationärer Pflege.

Pflegegrad 2 bis 5: die Leistungen im Überblick

Leistung

Pflegegrad 2

Pflegegrad 3

Pflegegrad 4

Pflegegrad 5

Pflegegeld

316 EURO

545 EURO

 

728 EURO

 

901 EURO

 

Sachleistung

689 EURO

 

1.298 EURO

 

1.612 EURO

 

1.995 EURO

 

Beratungseinsatz

23 EURO (halbjährlich)

 

23 EURO (halbjährlich)

 

33 EURO (vierteljährlich)

 

33 EURO (vierteljährlich)

 

Verhinderungspflege

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

Tages- und Nachtpflege

689 EURO

 

1.298 EURO

 

1.612 EURO

 

1.995 EURO

 

Kurzzeitpflege

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

1.612 EURO (kalenderjährlich)

 

Wohngruppenzuschlag

214 EURO

 

214 EURO

 

214 EURO

 

214 EURO

 

Vollstationäre Pflege

770 EURO

 

1.262 EURO

 

1.775 EURO

 

2.005 EURO

 

Entlastungsbetrag

125 EURO

 

125 EURO

 

125 EURO

 

125 EURO

 

 

Weitere Neuerungen

Neben der Neueinteilung in Pflegegrade gab es 2017 eine Reihe weiterer Änderungen in der Pflegeversicherung. Diese betreffen die ambulante Pflege, Pflegebedürftige im Pflegeheim und Pflegepersonen (etwa pflegende Familienangehörige).

Ambulante Pflege

Seit Januar 2017 werden ambulante Pflegedienste auch pflegerische Betreuungsmaßnahmen anbieten. Bislang beschränkte sich das Angebot auf körperbezogene Pflegemaßnahmen und Hilfe bei der Haushaltsführung.

Pflegebedürftige im Pflegeheim

Bislang stieg der selbst zu zahlende Eigenanteil von Pflegebedürftigen in stationären Pflegeeinrichtungen bei einer Einstufung in eine höhere Pflegestufe. Für die Pflegegrade 2 bis 5 gibt es nun einen einheitlichen pflegebedingten Eigenanteil. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Betreuungsangebote für Pflegebedürftige in voll- und teilstationären Einrichtungen.

Wer kann als Pflegeperson Leistungen beantragen?

Der Personenkreis für den die Pflegeversicherung Rentenversicherungsbeiträge entrichtet, wurde deutlich erweitert. Konkret hängt dies vom zu erbringenden Pflegeumfang und dem jeweiligen Pflegegrad der zu pflegenden Person ab. Pflegepersonen erhalten Leistungen, wenn sie mindestens 10 Stunden wöchentlich für die Pflege aufwenden und maximal 30 Stunden einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Zudem wird der Schutz von Pflegepersonen, die Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2 pflegen, im Bereich der Arbeitslosen- und Unfallversicherung erweitert. Außerdem können Angehörige Pflegekurse nun auch im häuslichen Umfeld wahrnehmen.

Unterstützung für Angehörige

Die IKK BB hat ein Angebot von Pflegekursen speziell für pflegende Angehörige eingerichtet. Hier finden Sie aktuelle Kurstermine und Inhalte.

Für alle weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihre Kundenbetreuer in der Pflegeversicherung: Telefon: 030 / 21991  902 bzw. 903 oder E-Mail: teampv  ikkbb de

 

Ein kurzer Film, der die Neuerungen, die zum 01.01.2017 in Kraft getreten sind, erläutert: