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Voraussetzung für die Pflegestufe 2: schwere Hilfsbedürftigkeit im Alltag 

Die Pflegestufe 2 wird anerkannt, wenn ein täglicher Hilfebedarf von mindestens 3 Stunden für die Grundpflege nötig ist. Nach oben ist die Pflegestufe 2 zur Stufe 3 durch einen Zeitaufwand von durchschnittlich 5 Stunden täglich abgegrenzt. Die Pflegestufe 2 unterscheidet sich von der höchsten Pflegestufe außerdem dadurch, dass das Kriterium der „Rund-um-die-Uhr“-Betreuung entfällt. Die Voraussetzungen der Pflegestufe 2 erfüllen in der Regel Hilfsbedürftige, die auf tägliche Unterstützung bei der Körperhygiene, Ernährung und Mobilität angewiesen sind. Nachts kommen schwer Pflegebedürftige aber durchaus auch ohne Anwesenheit eines Betreuers aus.

Eingeschränkte, aber immer noch vorhandene Alltagskompetenz

Starke körperliche Einschränkung ist in der Pflegestufe 2 meistens das entscheidende Kriterium für die Anerkennung eines Antrags. Die Pflegestufe 2 kommt jedoch nicht nur für Menschen mit starker körperlicher Einschränkung infrage. Auch Demenzkranke können dieser Kategorie zugeordnet werden, wenn sie körperlich noch bei Kräften, aber auf Hilfe bei den regelmäßigen täglichen Verrichtungen angewiesen sind. Hilfsbedürftige der Stufe 2 kommen aber ohne dauerhafte Anwesenheit eines Betreuers noch einigermaßen gut im Alltag zurecht. Allerdings ist ein Zeitaufwand von täglich mindestens 2 Stunden erforderlich, um die ausreichende Körperhygiene und Grundversorgung des Patienten sicherzustellen.
Die starke Bewegungseinschränkung ist die charakteristische Voraussetzung, um Pflegegeld der Stufe 2 zu beanspruchen. Im Falle einer zusätzlichen Demenz, die noch nicht mit vollständiger Orientierungslosigkeit im Alltag einhergeht, können weitere Gelder bewilligt werden.

Zeitaufwand als Orientierungsmaß für die Betreuungsintensität

Der Begriff „Alltagskompetenz“ bezeichnet recht anschaulich die noch bestehende Fähigkeit des Hilfsbedürftigen, seinen Alltag weitestgehend selbstbestimmt zu gestalten. Als Pflegestufe 2 werden daher in der Regel jene Fälle erfasst, die sich vor allem auf starke Bewegungseinschränkungen konzentrieren. Diese ist in der Stufe 2 wiederum dann gegeben, wenn der Hilfsbedürftige dreimal täglich, zu verschiedenen Tageszeiten, eine entsprechende Hilfe zur Körperpflege oder Aufnahme seiner Mahlzeiten benötigt. Täglich müssen also insgesamt 2 Stunden für diese Grundpflege aufgewandt werden. Dazu kommt durchschnittlich 1 Stunde pro Tag für weiteren Hilfsbedarf im Haushalt. Bei der Bewertung der Voraussetzungen für die Pflegestufe 2 stellt der Zeitaufwand eher eine der Orientierungsgrößen zur Bewertung der tatsächlichen Pflegeintensität dar.

Pflegestufe 2 und der Anspruch auf Pflegegeld

Wer sich als Pflegebedürftiger der Stufe 2 von ehrenamtlichen Hilfskräften versorgen lässt, zu denen auch Angehörige zählen, hat Anspruch auf 458 Euro monatlich.
Wenn ein professioneller ambulanter Pflegedienst gewählt wird, stehen bis zu 1.114 Euro als Pflegesachleistungen zur Verfügung. Wenn zusätzlich eine Form eingeschränkter Alltagskompetenz, zum Beispiel durch Demenz, festgestellt wird, erhöhen sich die Beträge um 87 bzw. 154 Euro.

Aufteilung des Pflegegelds in Barleistung und Pflegesachleistung

Viele Hilfsbedürftige der Pflegestufe 2 wählen eine Kombination aus Bar- und Sachleistung. Dabei werden Leistungen in bestimmter Höhe von einem Pflegedienst erbracht, ansonsten übernehmen Angehörige einen Teil der Betreuungsleistung. Beim Kombinationsmodell wird allerdings nicht die Differenz zwischen dem Höchstbetrag und der tatsächlichen Sachleistung gezahlt. Wer zum Beispiel nur 70 Prozent der 1.114 Euro für den Pflegedienst benötigt, erhält nicht die restlichen 30 Prozent als Barleistung. Ausbezahlt werden lediglich 30 Prozent der höchstmöglichen Barleistung, in diesem Beispiel genau 137,40 Euro, also 30 Prozent von 458 Euro.