Sie sind hier: > Startseite > Gesundheit > Pflegebedürftigkeit > Pflegestufen > Pflegestufe I
Pflegerin umarmt alte Frau im Bademantel
Kostenloses Servicetelefon
0800 - 88 33 244
Mo - Fr 8-19 Uhr


DE-Mail schicken

Voraussetzung für die Pflegestufe 1: erhebliche Pflegebedürftigkeit im Alltag 

In der Pflegestufe 1 wird für die Anerkennung eines entsprechenden Antrags ein durchschnittlicher täglicher Aufwand von 90 Minuten vorausgesetzt, um einem Pflegebedürftigen bei mindestens zwei Verrichtungen zu unterstützen. Beim morgendlichen Aufstehen und Waschen, beim Gang zur Toilette oder bei der Einnahme von Mahlzeiten können Menschen auf Hilfe angewiesen sein. Die Pflegestufe 1, in der eine erhebliche Pflegebedürftigkeit festgestellt wird, beziffert den zeitlichen Aufwand für diese Hilfsleistungen mit durchschnittlich täglich 45 Minuten. Weitere 45 Minuten sind als Voraussetzung der Pflegestufe 1 täglich notwendig, um den Haushalt in Ordnung zu halten.

Pflegestufe 1 als niedrigste Pflegestufe vor dem Hintergrund der Alltagskompetenz

Als Bemessungsgrundlage der einzelnen Pflegestufen dienen immer die Zeitstunden, die eine professionelle Pflegekraft oder ein Angehöriger benötigt, um eine Grundversorgung sicherzustellen. Mit dem Begriff der Alltagskompetenz wurde ein geeignetes Instrument der Bewertungsgrundlage gefunden. In der Regel handelt es sich ausschließlich um krankheits- oder altersbedingte Einschränkungen, die einem Menschen einen normalen Alltag erschweren. Eingeschränkte körperliche Bewegungsfähigkeit durch Unfälle und körperliche Behinderungen gehören ebenso zu den Voraussetzungen der Pflegestufe 1 wie kognitive Störungen. Mit beginnender Demenz kann zum Beispiel die Kompetenz gefährdet sein, sich täglich ausreichend selbst zu pflegen oder regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen.

Wie bemessen Gutachter, wer als erheblich pflegebedürftig gilt?

Gutachter, die einen Antrag auf Pflegegeld bewerten, wissen, dass im Falle beginnender Pflegebedürftigkeit meistens mehrere Einschränkungen zusammenkommen müssen. Die Voraussetzungen, die als Bemessungsgrundlage für den Pflegeaufwand herangezogen werden, beruhen auf Erfahrungswerten. Täglich 90 Minuten Pflegeaufwand bedeuten also nicht, dass im Einzelfall eine tatsächlich aufgewendete Zeit einer individuellen Pflegekraft „gestoppt“ wird. Es handelt sich vielmehr um einen Schätzwert, der die Pflegebedürftigkeit von der Nicht-Pflegebedürftigkeit zu unterscheiden hilft. Zudem regeln diese Schätzwerte, die dann allerdings genau beziffert sind, auch die Grenzen zwischen den einzelnen Pflegestufen.

Wie viel Pflegegeld kann für die Pflegestufe 1 bewilligt werden?

Für die Inanspruchnahme eines professionellen Pflegedienstes zur häuslichen Pflege sind maximal 468 Euro vorgesehen. Wer statt professioneller Versorgung die Betreuung durch Angehörige oder ehrenamtlich tätige Personen bevorzugt, kann monatlich über maximal 244 Euro verfügen und sie als Entgelt für die Betreuer verwenden.
Daneben ist auch die Kombination beider Varianten möglich. So können zum Beispiel nur 70 % der sogenannten „Pflegesachleistung“ für die Beauftragung eines professionellen Pflegedienstes verwendet werden. Allerdings werden die verbleibenden 30 % lediglich als 30 % von 244 Euro, nicht als 30 % von 468 Euro, dem Höchstsatz für Pflegesachleistungen, ausbezahlt.

Lohnt sich die Kombination aus Barleistung und Pflegesachleistung in der Pflegestufe 1?

Die Aufgabenteilung zwischen professionellen Pflegekräften und nahestehenden Angehörigen oder Freunden sichert in vielen Fällen unter dem Aspekt der Sozialkontakte ein Stück Lebensqualität für die Betroffenen. In der Pflegestufe 1 ist der Anreiz für eine kombinierte Lösung vielleicht nicht allzu hoch. Allerdings muss der rein finanzielle Aspekt hier nicht zwangsläufig im Vordergrund stehen. Viele Hilfsbedürftige der Pflegestufe 1 sind von sich aus bemüht, professionelle Dienste in einem möglichst geringen Umfang in Anspruch zu nehmen. Es verbleibt dann oft noch ein Betrag, der als kleines Entgelt für freiwillige Helfer zur Verfügung steht.