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Zwei Krankenschwestern schieben eine Seniorin in einem Bett
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Palliativstation: medizinische Versorgung und Seelsorge für Sterbende 

In der Palliativmedizin, der Versorgung von sterbenskranken Menschen, steht neben der Minderung körperlicher Symptome und Schmerzen die Seelsorge im Vordergrund. Vor allem soll der betroffene Patient seine Situation in einer Umgebung verbringen, die ihm größtmögliche Lebensqualität in dieser schwersten Zeit seines Lebens bietet. Hospize bieten wohnliche Umgebung, private Atmosphäre, fachkundiges Personal und hohe Betreuungsintensität. Dieses Modell hat nun auch in Krankenhäusern Einzug gehalten.

In immer mehr Kliniken ist man bemüht, die akute Versorgung von sterbenden Patienten nicht allein medizinisch-fachlich zu leisten. Palliativstationen zeichnen sich in der Regel dadurch aus, dass sie neben speziell qualifiziertem Personal eine Umgebung bieten, die den sozialen und psychischen Bedürfnissen des Patienten entgegen kommt.

 

Das ganzheitliche Konzept einer Palliativstation

Abhängig von der Ausrichtung einer Klinik, die solche Palliativstationen betreibt, gehören im Sinne der psychischen Stabilisierung besondere Therapieformen zum Angebot. Musik und Kunst bilden oft die Grundlage für Kursangebote, in denen Patienten auf eigenen Wunsch sinnvolle oder erfüllende Beschäftigung finden.
Viele Patienten, die unheilbar krank sind und sich stationär in einer Palliativstation befinden, wünschen, dass man sie nach einer bestimmten Zeit wieder in die häusliche Umgebung entlässt. In der Klinik steht zunächst die medikamentöse Einstellung des Patienten als medizinisches Therapieziel im Vordergrund. Schmerzen und andere belastende Symptome werden behandelt. Angehörige erfahren hier, wie sie eine solche Therapie später im Rahmen der häuslichen Sterbebegleitung oder mit Hilfe ambulanter Hospizdienste fortsetzen können. Für alle Krankheitsbilder kennt die Palliativmedizin entsprechende Therapieformen, mit denen das Klinikpersonal Angehörige oder ambulante Pflegedienste vertraut macht.

Palliativstationen in Deutschland: Es besteht noch Nachholbedarf

Derzeit muss man, was die flächendeckende Versorgung mit Palliativstationen betrifft, in Deutschland von einer Unterversorgung sprechen. Es steht umgerechnet pro 25.000 Einwohner 1 Bett in einer Palliativstation beziehungsweise in einem Hospiz zur Verfügung. Allerdings ist eine steigende Bereitschaft von Kliniken zu verzeichnen, sich dieser Aufgabe stärker als bislang zu widmen. Bundesweit bieten über 250 Kliniken solche Stationen an, in denen Patienten in der letzten Phase ihres Lebens maximal mögliche Lebensqualität erfahren – über den rein palliativmedizinischen Sinn hinaus. Zudem ist geplant, zukünftig die bestehenden regionalen Unterschiede von Bundesland zu Bundesland, was die Anzahl derartiger Stationen betrifft, auszugleichen.

Palliativmedizinischer Konsiliardienste als ergänzende Betreuungsleistung

Im Bedarfsfall sind Patienten und Angehörige gut beraten, sich über die Kliniken in ihrer Nähe zu informieren. So finden sie heraus, welche dieser Kliniken eine separate, eigenständige Palliativstation führen, die einem professionellen Betreuungsansatz folgt.
Einen festgeschriebenen Kriterienkatalog, ob die palliative Abteilung einer Klinik allen Ansprüchen genügt, gibt es derzeit nicht. Wenn eine Klinik mit einem sogenannten palliativmedizinischen Konsiliardienst zusammenarbeitet, ist dies jedoch ein positiver Hinweis, dass die Klinik einen ganzheitlichen Ansatz im Sinne des Patienten verfolgt. Solche Dienste setzen sich in der Regel aus professionellen und ehrenamtlichen Fachleuten zusammen, die den zusätzlichen Bedarf an psychologischen, sozialen und therapeutischen Hilfestellungen abdecken.