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Mann benutzt Pflaster für eine Wunde

Wundheilung: anspruchsvolle Aufgabe für den Körper 

Ob leichte oder schwere Verletzung: Die Wundheilung ist für den Körper eine anspruchsvolle Aufgabe. Unterschiedliche Stoffwechselprozesse übernehmen die Reparaturarbeiten an der geschädigten Region und brauchen für die Wiederherstellung des Gewebes oft nur wenige Tage, manchmal aber auch mehrere Wochen.

Wie schnell die Wundheilung verläuft, hängt dabei vom Zustand der beeinträchtigten Zellstruktur ab:

  • Oberflächliche Wunden mit glatt durchtrenntem Gewebe, bei denen die Wundränder nicht mehr als einen Millimeter auseinanderstehen, kann der Körper mit vergleichsweise geringer Anstrengung aus eigener Kraft reparieren.
  • Tief eindringende Verletzungen mit ungleichmäßigen, weit auseinanderklaffen Rändern schließen sich in einem deutlich langwierigeren Heilungsprozess, der gelegentlich durch einen ärztlichen Eingriff unterstützt werden muss.

Unabhängig von der Größe und dem Ursprung der Gewebeschädigung setzt eine gute Wundheilung stets eine korrekte Wundversorgung voraus, die auf den Prinzipien Reinigung, Feuchtigkeit und Ruhe aufbaut.

Verlauf der Wundheilung

Ein ungestörter Heilungsprozess verläuft in mehreren Stufen unter Beteiligung einer Vielzahl von Körperfunktionen:

  • Die Wundheilung beginnt unmittelbar nach einer Verletzung mit der Ruhe- oder Latenzphase. Dabei verengen sich beschädigte Gefäße und die kleinsten Blutzellen (Thrombozyten) verkleben das verletzte Gewebe. Über bestimmte Botenstoffe leitet der Stoffwechsel darüber hinaus die Wundheilung ein.
  • In einer etwa dreitägigen Reinigungs- und Entzündungsphase kommt es zu einer verstärkten Freisetzung von Blutplasma, das vermehrt weiße Blutkörperchen an den Ort der Verletzung bringt. Als Boten des Immunsystems entfalten diese Leukozyten eine antibakterielle Wirkung und haben die Aufgabe, abgestorbenes Gewebe abzutransportieren.
  • In der nach ungefähr drei Tagen einsetzenden Granulationsphase stehen die Gefäßneubildung und der Gewebeaufbau im Mittelpunkt.
  • Die reparative Phase oder Differenzierungsphase beginnt zwischen dem sechsten und zehnten Tag mit der Bildung von Kollagenfasern. Es entsteht ein zunächst stark durchblutetes, mit Haut überwachsenes Narbengewebe. Mit der Zeit folgt ein Abbau der Blutgefäße, die Narbe verliert ihre rote Farbe, schrumpft und verschwindet bei oberflächlichen Verletzungen ganz.

Während der Wundheilung können allgemeine und örtliche Einflüsse den komplexen Reparaturvorgang stören.

Ursachen für eine schlechte Wundheilung

Zu den Ursachen für eine schlechte Wundheilung gehören:

  • Beeinträchtigungen des Stoffwechsels, wenn durch Fehlernährung ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Eiweißen oder Fetten entsteht
  • Ein belastender Lebenswandel, vor allem ein bedenklicher Konsum von Nikotin
  • Grunderkrankungen des Blutes und Blutgerinnungsstörungen
  • Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen und Ödeme
  • Störungen des Immunsystems durch die Aktivität von Tumoren
  • Vorbestehende Infektionserkrankungen durch Bakterien, Pilze oder Parasiten
  • Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen
  • Arzneimittel zur Bekämpfung von Krebserkrankungen, die die Zellteilung oder die Immunreaktion hemmen
  • Verunreinigungen der Wunde
  • Mangelhafte Wundversorgung und fehlende Ruhe während der Wundheilung
  • Komplikationen nach dem Verschluss der Wunde durch eine Naht

Eine Reihe vorbeugender Maßnahmen kann dazu beitragen, eine schlechte Wundheilung zu verhindern und Komplikationen vorzubeugen.

Die Wundheilung fördern

Um die Wundheilung zu fördern, sollten Sie

  • die Wunde stets sorgfältig reinigen,
  • die verletzte Region mit einer Wundsalbe feucht und nach Möglichkeit ruhig halten,
  • auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährung achten,
  • Stoffwechsel und Immunsystem durch eine bewusste Lebensführung und ausreichend Bewegung unterstützen,
  • chronische Erkrankungen nach ärztlicher Empfehlung behandeln.

Suchen Sie auch bei kleineren Verletzungen sofort den Arzt auf, wenn das Risiko einer schlechten Wundheilung besteht oder wenn Sie Störungen des Heilungsprozesses bemerken.