Sie sind hier: > Startseite > Gesundheit > Gesundheit > Haut & Haar > Wundheilung

Wundheilung: So repariert der Körper sich selbst 

Auf Verletzungen reagiert der Körper sofort. Das Immunsystem eliminiert Keime und Fremdkörper, die in die Wunde gelangt sind. Umgehend verschließen Blutplättchen beschädigte Gefäße. Schließlich bilden sich neue Hautzellen. Ob Sie einen Arzt konsultieren sollten, hängt davon ab, wie schwer die Verletzung ist. Bei klaffenden Wundrändern empfiehlt sich ärztlicher Rat, falls die Wunde genäht werden muss.

Wie verläuft die Wundheilung?

Mediziner unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Wundheilung.

· Primäre Wundheilung findet statt, wenn die Wundränder weniger als einen Millimeter voneinander entfernt sind. Der Körper muss kaum neue Hautzellen bilden, um den Schnitt zu verschließen. Das ist zum Beispiel bei vernähten Operationswunden der Fall.

· Ist Gewebe beschädigt worden und sind Keime in die Wunde gelangt, spricht man von sekundärer Wundheilung. Dabei setzt der Körper einen komplexen Immun- und Reparationsprozess in Gang.

Die einzelnen Phasen der Wundheilung:

· Zunächst sammeln sich Blutplättchen (Thrombozyten) an der beschädigten Stelle des Blutgefäßes. Es bildet sich ein Gerinnungspropf, sodass kein Blut mehr aus der Wunde austritt. Diese Phase nennt man Ruhe- oder Latenzphase.

· Danach setzt die Reinigungs- oder Exsudationsphase ein. Ein feines Netz aus dem Gerinnungseiweiß Fibrin verklebt die Wunde. Gleichzeitig arbeitet das Immunsystem daran, Keime unschädlich zu machen und mithilfe von Wundsekret auszuschwemmen. Spezialisierte Immunzellen beseitigen unbrauchbare Gewebereste. In dieser Zeit bildet sich Schorf, der oft für Juckreiz sorgt.

· Zwischen dem zweiten und dem dritten Tag nach der Verletzung, in der Granulationsphase, beginnt der Körper, die Wunde mit neuem Gewebe zu füllen. Das nachwachsende Gewebe wirkt rosig, weil es von feinen Blutgefäßen durchzogen ist.

· In der letzten Phase, der Regenerationsphase, bilden sich neue Hautzellen. Der Körper stabilisiert die Wunde durch Kollagenfasern, aus denen das Bindegewebe besteht, und verschließt die Verletzung vollständig. Das entstandene Narbengewebe ist zunächst gut durchblutet und wird im Laufe der Zeit blasser. Wunden heilen selten, ohne Narben zu hinterlassen.

Warum verheilen manche Wunden schlecht?

Wenn eine Wunde schlecht verheilt, hängt das entweder mit äußeren Störfaktoren oder mit einer Erkrankung zusammen. Gründe für eine schlechte Wundheilung sind:

  • Verunreinigungen oder Fremdkörper
  • zu schnelle Belastung der Wunde durch körperliche Aktivität
  • Spannungen an den Wundrändern durch einen zu fest angelegten Verband
  • ein geschwächtes Immunsystem durch Mangelernährung, Alkohol oder Nikotin
  • Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten
  • eine gestörte Blutgerinnung durch eine Grunderkrankung oder Medikamente
  • chronische degenerative Erkrankungen wie Diabetes mellitus

Das können Sie tun, um die Wundheilung zu unterstützen

Wie Sie die Wundheilung effektiv unterstützen, ist abhängig von Größe und Art der Wunde. Reinigen und desinfizieren Sie Verletzungen vor dem Verbinden, um Infektionen zu vermeiden. Während Sie Schnittwunden eher trocken verbinden sollten, kann ein feuchtes Milieu beispielsweise zur Heilung einer Schürfwunde beitragen. Grundsätzlich gilt: Eine gesunde Ernährung mit allen Nährstoffen, die der Körper benötigt, verbessert die Immunabwehr und fördert die Wundheilung. Ihr Immunsystem stärken Sie außerdem durch Sport, Entspannungsübungen und den Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Eine schlecht verheilende Wunde sollten Sie unbedingt einem Arzt vorstellen. In der Apotheke erhalten Sie nicht verschreibungspflichtige Gels und Cremes zur Behandlung von Narben und kleineren Verletzungen. Den Großteil der Arbeit übernimmt Ihr Körper ganz von selbst.