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Haarausfall: übliche Alterserscheinung oder krankheitsbedingt? 

Finden Sie hin und wieder Haare auf dem Kopfkissen oder der Kleidung, können Sie unbesorgt sein. Der Mensch verliert täglich bis zu hundert Haare. Das hängt mit den natürlichen Haarwachstumszyklen und ihrer begrenzten Lebensdauer von etwa zwei bis sechs Jahren zusammen. Stellt das Haar das Wachstum ein, löst es sich von der Wurzel, weicht neuem Haar und fällt aus.

Ab wann spricht man von Haarausfall?

Kritisch ist der Haarverlust, wenn über mehrere Wochen hinweg täglich mehr Haare als üblich ausgehen oder komplett haarlose Stellen am Kopf, seltener auch in der Körperbehaarung, entstehen. Dann handelt es sich um permanenten bzw. krankhaften Haarausfall (medizinisch: „Alopezie“), dessen Behandlung in fachkundige Hände gehört.

Häufigste Formen von Haarausfall

Hormonell-erblich bedingter Haarausfall (Alopecia androgenetica) zählt zu den normalen Alterserscheinungen und tritt häufiger bei Männern auf. Wachsende Geheimratsecken an den Schläfen, der Rückgang der Stirn-Haar-Grenze und/oder zunehmende Haarlichtung am oberen Hinterkopf (Tonsurbereich) sind die ersten Anzeichen, die sich zu einer Glatze an Stirn und Hinterkopf ausweiten können. Androgenetischer Haarausfall betrifft – zumeist im Zuge der Wechseljahre – auch Frauen. Hier äußert er sich üblicherweise nicht durch Glatzenbildung, sondern durch das Ausdünnen der Haare im Bereich des Mittelscheitels.

Kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) erkennen Sie an haarlosen, lokal begrenzten Arealen in runder oder ovaler Form. Die Kahlstellen breiten sich zumeist am Hinterkopf oder an den Seiten aus. Alopecia areata kann in jedem Lebensalter auftreten, überwiegend jedoch bei Kindern und jungen Erwachsenen (mehrheitlich Frauen) bis 30 Jahre. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang mit Störungen des Immunsystems hin, infolge derer körpereigene Abwehrzellen fälschlicherweise die Haarwurzeln attackieren. Zudem besteht die Annahme, dass an der Entstehung des kreisrunden Haarausfalls auch die Gene beteiligt sein können. Bei einem Teil der Betroffenen tritt diese Erscheinung familiär gehäuft auf.

Mögliche Ursachen für Ausfall der Haare

Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie) ist auf geschädigte Haarwurzeln zurückzuführen und tritt häufiger bei Frauen auf. Der Haarverlust ist nicht auf bestimmte Stellen begrenzt, vielmehr dünnt das Haar insgesamt deutlich aus. Mögliche Ursachen sind:

  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Auswirkungen einer Strahlen- oder Chemotherapie
  • Schilddrüsenerkrankungen, Kopfhautentzündungen oder Infektionskrankheiten (zum Beispiel eine schwere Grippe)
  • Mangelernährung, zum Beispiel durch einseitige Diäten oder Stoffwechselstörungen
  • Hormonumstellungen während der Schwangerschaft oder der Wechseljahre
  • Stress und seelische Belastungen

Was gegen ausgefallenes Haar hilft

Mit Präparaten und Shampoos, die die Durchblutung stimulieren und das Haar erhalten, können Sie eine hormonell-erblich bedingte Alopezie maximal eindämmen, aber nicht rückgängig machen. Diese Mittel entfalten ihre Wirkung üblicherweise erst nach mehrmonatiger Anwendung und lassen mit dem Absetzen nach. Ein Erfolg stellt sich nicht bei allen Betroffenen ein.

Grundsätzlich gilt: Es gibt weder den einen Haarausfall noch die eine Behandlungsmethode. Denn die Ursachen können sehr unterschiedlich sein, ebenso die Dauer und der Schweregrad. Manchmal steckt eine Krankheit dahinter, die medizinisch behandelt werden muss, und manchmal eine Mangelerscheinung, die durch Nahrungsergänzungsmittel behoben werden kann. Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf und holen Sie fachkundigen Rat ein. Ihre ersten Ansprechpartner sind Hautärzte. Sie klären zunächst die zugrundeliegenden Ursachen ab, um anschließend eine individuelle Therapie erarbeiten zu können.