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Brustkrebs-Vorsorge: Risiken kennen, Veränderungen erkennen 

Rund 10 Prozent aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken, weisen eine erbliche Vorbelastung in der Familie auf. Daher gehen Experten davon aus, dass erbliche Vorbelastung das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöht. Die Tatsache, dass in der Vergangenheit ein Mammakarzinom in der Familie vorkam, ist allein aber kein eindeutiger Hinweis dafür, dass eine ernstzunehmende erbliche Vorbelastung vorliegt.

Wenn Frauen wissen, dass es Fälle einer Brustkrebserkrankung in der Familie gegeben hat, haben sie die Möglichkeit, einen Gentest durchführen zu lassen. Das Testverfahren prüft, ob sie selbst das sogenannte BRCA-1- oder BRCA-2-Gen in sich tragen. Dabei handelt es sich um die Mutation eines Gens, das die Wahrscheinlichkeit auf Brustkrebs stark erhöht. Dieses Gen, das für die Entstehung bösartig-aggressiver Tumore im Brustgewebe verantwortlich ist, geben Mütter und Väter an ihre Töchter weiter, wenn sie es besitzen. In seltenen Fällen erkranken auch Männer an Brustkrebs. Man misst diesen Befunden, also dem Vorhandensein eines solchen Gens, Wahrscheinlichkeitswerte zwischen 65 und 80 Prozent zu. Die Abkürzung BRCA steht für "BReast CAncer", das heißt für die englische Entsprechung für Brustkrebs.

Das Gentest-Ergebnis ist keine Krebsdiagnose

Ein solcher Test ist nicht mit einer Diagnose zu verwechseln. Eine vorbeugende Masektomie, also die Entfernung der Brüste mit anschließendem kosmetischen Wiederaufbau durch Implantate, ist nicht für alle Frauen eine geeignete Option. Wenn sich, wie die amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie, eine Frau für eine prophylaktische Masektomie entscheidet, dann ist eine vorhergehende intensive Beratung durch Fachärzte unverzichtbar.

Erstes Ziel ist die Erhaltung der natürlichen Brust. Zudem ist ein positives Testergebnis nicht dasselbe wie eine Diagnose auf Krebs. Der Gentest zeigt Wahrscheinlichkeiten auf. Wenn eine 70-Prozent-Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung vorliegt, dann liegt zugleich eine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit vor, nicht zu erkranken.

Brustkrebs-Check in Eigeninitiative: Änderungen durch Selbstabtasten erkennen

Angeraten ist es im Falle einer hohen Wahrscheinlichkeit vielmehr, an intensiven Vorsorge-Programmen teilzunehmen. Diese bestehen aus regelmäßigen Vorsorgekontrollen (Mammographien), Schulungen zur Brust-Selbstabtastung und zur Selbsterkennung auffälliger Veränderungen.
Neben der Masektomie gelten vorbeugende Entfernung der Eierstöcke und Eileiter als Maßnahme, das Brustkrebsrisiko und das Eierstockkrebsrisiko zu senken. Früherkennung, das heißt die frühzeitige Diagnose von Anzeichen und Symptomen für einen entstehenden Brustkrebs, stellt für viele Frauen indes die angenehmere Form dar, einer Brustkrebserkrankung vorzubeugen. Je früher man ihn erkennt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, ihn vollständig zu heilen.

Kostenübernahme bei begründetem Risiko-Hintergrund

In den meisten Fällen bezahlt die gesetzliche Krankenkasse einen Gentest. Voraussetzung dafür ist, dass auf der eigenen Familienseite, also in blutsverwandtschaftlichem Verhältnis, mehrere Brustkrebserkrankungen vorlagen. Fälle von früher Brustkrebserkrankung eines Blutsverwandten vor dem 35. Lebensjahr sind unter Umständen ebenfalls ein hinreichender Grund, einen solchen Test durchführen zu lassen. Was als Risikofamilie gilt, ist klar definiert.
Der erste Ansprechpartner, der im Zweifelsfall weiterhilft, sollte ein behandelnder Hausarzt oder Gynäkologe sein. Die Kostenübernahme ist in jedem Fall in Rücksprache mit einem behandelnden Arzt und mit der Krankenkasse abzusichern. In der Regel bewilligen die Krankenkassen die Kostenübernahmen für den aufwändigen Test nur bei festgestelltem Risikohintergrund.