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Früherkennung: Gesetzliche Programme für gesundheitliche Prävention 

Das deutsche Gesundheitssystem knüpft ein engmaschiges Netz vorsorglicher Maßnahmen, um Erkrankungen vorzubeugen und die Chancen auf Heilung im Ernstfall durch wirksame Früherkennung zu erhöhen. Ein gesetzlich geregeltes und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen geplantes Früherkennungsprogramm begleitet Krankenversicherte in jedem Lebensabschnitt. Art und Umfang der Untersuchungen sind alters- und teilweise geschlechtsspezifisch festgelegt.

Gesundheitliche Vorsorge in jedem Lebensalter

In der Kindheit und Jugend finden Maßnahmen der Früherkennung und gesundheitlichen Prävention vorwiegend im Rahmen der U- und J-Untersuchungen statt. Im Mittelpunkt des Interesses stehen in dieser Lebensphase die Überwachung des Entwicklungsfortschritts, die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Normabweichungen, aber auch die Vorbeugung von Erkrankungen und die Aufklärung über die Gefahren der Sucht. Ab dem 36. Lebensjahr schließt sich im Erwachsenenalter die Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten an. Im Rahmen des sogenannten Check-up 35 macht sich der Arzt ein Bild von der körperlichen Verfassung seines Patienten. Anhand einer Urin- und Blutuntersuchung überprüft er die Funktionen des Stoffwechsels, um Gefährdungen für das Herz-Kreislauf-System, eine Diabetes- oder Nierenerkrankung rechtzeitig aufzuspüren.

Früherkennung von Krebs

Mit steigendem Lebensalter spielt die Früherkennung von Krebserkrankungen eine zunehmend wichtige Rolle. Für eine bestmögliche Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten genügen Programme zur Früherkennung von Krebs in Deutschland strengen Qualitäts- und Sicherheitskriterien.

  • Die Untersuchung darf den Patienten nur wenig oder gar nicht belasten. Der Nutzen der Maßnahme muss das Risiko eindeutig überwiegen.
  • Das Ergebnis der Maßnahme muss verlässlich sein. Ärzte und Patienten müssen damit rechnen können, dass ein falsch positiver Befund nicht für unnötige Beunruhigung sorgt und ein irrtümlich negatives Ergebnis nicht zu einer bedrohlichen Verzögerung der Behandlung führt.
  • Ein Screening der gesunden Bevölkerung macht nur dann Sinn, wenn die frühe Erkennung einer Krebserkrankung für den Betroffenen auch tatsächlich mit der Aussicht auf ein längeres und besseres Leben verbunden ist. Voraussetzung ist also, dass für die diagnostizierte Krebsart Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die – in einem frühen Stadium angewandt – einen guten Therapieerfolg versprechen.

Anhand dieser Vorgaben hat der Gesetzgeber in Deutschland die Rahmenbedingungen für ein hochwertiges Früherkennungsprogramm festgelegt.

Screening für unterschiedliche Krebserkrankungen

Das Programm zur Früherkennung von Krebs berücksichtigt geschlechtsspezifische Erkrankungen, aber auch Krebsformen, die sowohl Männer als auch Frauen betreffen können.

Krebsfrüherkennung für Frauen

Zum Screening für Frauen gehören

  • die jährliche Untersuchung zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs ab dem Alter von 20 Jahren
  • das jährliche Abtasten der Brüste und der Achselhöhlen zum Schutz vor Brustkrebs ab einem Alter von 30 Jahren, die Anleitung zur Selbstuntersuchung sowie zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr die Einladung zur Mammografie alle zwei Jahre.

Krebsfrüherkennung für Männer

Zum Screening für Männer gehört

  • die jährliche Untersuchung für die Früherkennung von Prostatakrebs ab dem Alter von 45 Jahren

Krebsfrüherkennung für Frauen und Männer

Das Screening von Frauen und Männern umfasst

  • ab dem Alter von 35 Jahren jedes zweite Jahr die Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs
  • von 50 bis 54 den jährlichen Test auf verborgenes Blut im Stuhl und ab 55 eine Dickdarmspiegelung mit einmaliger Wiederholung nach mindestens zehn Jahren oder stattdessen die Fortführung der Überprüfung auf verstecktes Blut im Stuhl.