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Frau in Jeans hält sich den unteren Rücken
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Rückenschmerzen: Ursachen und Verlauf 

Rückenschmerzen zählen zu den weitverbreiteten Einschränkungen der Gesundheit und bekommen von der Wissenschaft den Status eines Volksleidens zugewiesen. Über 70 Prozent der deutschen Bevölkerung geben an, mindestens einmal im Leben an Rückenschmerzen gelitten zu haben. Die Ursachen für das subjektive Schmerzempfinden sind vielfältig: Die Medizin unterscheidet zwischen akuten unspezifischen und chronischen Schmerzen, die meist auf eine spezifische Ursache zurückzuführen sind.

Akute unspezifische Rückenschmerzen

In über 80 Prozent der Fälle handelt es sich bei Rückenschmerzen um akute unspezifische Schmerzen, die plötzlich auftreten und in einem Zeitraum von zwölf Wochen häufig ohne ärztliche Behandlung wieder verschwinden. Zu ihnen zählt der berüchtigte Hexenschuss, der auch unter dem Namen Lumbalgie, Lumbalsyndrom oder low back pain bekannt ist und – wie die englische Bezeichnung verrät – in den Bereich des unteren Rückens fährt. Der akute Kreuzschmerz ist meist eine Folge funktioneller Rückenprobleme. Muskelverspannungen, verkürzte Sehnen oder überdehnte Bänder führen dazu, dass eine unbedachte Bewegung den Rücken überstrapaziert und als Auslöser für den plötzlichen und meist heftigen Schmerz genügt. Ursachen der funktionellen Störungen sind

  • Haltungsfehler, beispielsweise durch langes Sitzen vor dem Computer,
  • einseitige Belastungen durch schweres und unvorsichtiges Heben oder ausdauernde Arbeiten in kniender oder gebückter Position,
  • eine schwache Muskulatur bedingt durch Bewegungsmangel,
  • Belastungen des Bewegungsapparats durch Übergewicht.

Die akuten Schmerzen im Rücken, die sich in vielen Fällen innerhalb weniger Tage zurückziehen, sind ein zwar harmloses Ereignis, haben aber Signalcharakter: Sie deuten eine Schwäche der anatomischen Strukturen im Bereich des Rückens an und mahnen Gegenmaßnahmen, oft sogar eine Änderung der Lebensweise an.

Chronische spezifische Rückenschmerzen

Dauern Rückenschmerzen länger als ein Vierteljahr, spricht der Arzt von einem chronischen Verlauf. Chronische Schmerzen im Rücken lassen sich meist auf eine spezifische Ursache zurückführen.

  • Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule können anhaltende Schmerzen verursachen. Dazu gehören Abnutzungserscheinungen der Bandscheibe und Bandscheibenvorfälle, der Verschleiß der Gelenke zwischen den Wirbeln und ein Höhenverlust im Bereich der Bandscheiben mit einer nachfolgenden schmerzhaften Verengung des Rückenmarkkanals.
  • Angeborene oder später erworbene Wirbelsäulenverkrümmungen können die natürliche Beweglichkeit der Wirbel und ihr Zusammenspiel beeinträchtigen und zu Rückenschmerzen führen.
  • Im höheren Alter kommt es durch Osteoporose zu einer verstärkten Abnahme der Knochenzellen. Die nachlassende Knochendichte führt zu einem Verlust an Stabilität und zur Brüchigkeit der Wirbel.
  • In seltenen Fällen sind entzündliche Erkrankungen für Schmerzen im Rücken verantwortlich. Sie können im Bereich der Bandscheiben oder innerhalb und außerhalb des Wirbelsäulenkanals auftreten.
  • Tumorerkrankungen, die Druck auf die Nervenstränge ausüben, gehören ebenfalls zu den seltenen Verursachern von Rückenschmerzen.
  • Psychosoziale Faktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung andauernder Rückenschmerzen. Oft führt Stress zu Muskelverspannungen und Verhärtungen des Bindegewebes. Der Versuch, durch eine Schonhaltung den Schmerzen zu entgehen, zieht weitere Muskelgruppen in Mitleidenschaft und verstärkt das chronische Schmerzsyndrom, anstatt Linderung zu verschaffen.

Oft steckt hinter langwierigen Schmerzen im Rücken eine Kombination aus körperlichen und seelischen Ursachen. Abhilfe verschafft in diesen Fällen erst eine interdisziplinäre Therapie, die sich sowohl der somatischen (körperlichen), als auch der psychischen Beschwerden annimmt.