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Social Freezing – aufgeschobener Kinderwunsch 

Social Freezing ist das Einfrieren von Eizellen ohne medizinischen Grund. Frauen, die sich in der Zukunft Kinder wünschen, erhöhen durch die Eizellentnahme ihre Chancen auf eine Schwangerschaft.

Das sind die persönlichen Gründe für Social Freezing

Die Anzahl der Eizellen einer Frau steht schon bei ihrer Geburt fest. Jedes Mädchen kommt mit 1-2 Millionen Eizellen zur Welt. Zum Zeitpunkt der Pubertät sind davon noch ungefähr 400 000 vorhanden. Jedes Jahr reduziert sich die Anzahl der Eizellen um etwa 12 000. Im Laufe des Lebens werden keine zusätzlichen Eizellen nachproduziert. Eine logische Konsequenz: Mit fortschreitendem Alter reduziert sich die Reserve an Eizellen immer weiter. Zugleich nimmt die Qualität der Eizellen ab. Etwa ab dem 35. Lebensjahr sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft erheblich und das Risiko für Fehlgeburten, Komplikationen und Fehlbildungen steigt.

Somit ergibt sich für Frauen ein begrenztes Zeitfenster, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Fehlt gerade in diesem Zeitraum der Partner oder steht die Karriere im Vordergrund, haben Frauen die Möglichkeit, ihre Eizellen vorsorglich einfrieren zu lassen. Für Social Freezing sollten Eizellen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt entnommen und aufbewahrt werden.

Social Freezing – wie läuft es ab?

1. Die Entnahme: Mit Hormonen wird der Körper für etwa zwei Wochen stimuliert, um möglichst viele Eizellen heranreifen zu lassen. Mit Hilfe von regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen überprüft der Arzt die Reife der Eibläschen. Nach der Hormonbehandlung erfolgt die Eizellentnahme zum optimalen Zeitpunkt. Unter Narkose wird eine dünne Nadel in die Vagina eingeführt, und etwa 10 bis 15 Eizellen werden entnommen. Je mehr Zellen entnommen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass später ein Kind daraus entsteht. Es reifen nur die Eizellen heran, die in diesem Monat für den Körper sowieso verloren gegangen wären. Die Fruchtbarkeit der Frau nimmt durch den Eingriff nicht ab.

2. Die Lagerung der Eizellen: Bei minus 196 Grad Celsius werden die Eizellen in flüssigem Stickstoff schockgefrostet. Auf diese Weise können sie über Jahrzehnte sicher aufbewahrt werden.

3. Die Befruchtung: Bei Bedarf können die eingefrorenen Eizellen außerhalb des Körpers befruchtet und als Embryonen in die Gebärmutter der Frau übertragen werden.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für ein Kind durch Social Freezing?

Im Schnitt überleben acht bis neun von zehn Eizellen den Prozess des Auftauens. Die Befruchtung mit Spermien gelingt bei 60 bis 70 Prozent dieser Eizellen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich ein übertragener Embryo nach In-Vitro-Fertilisation in der Gebärmutter einnistet, liegt bei acht bis zehn Prozent. Für die weitere Schwangerschaft gelten dieselben Wahrscheinlichkeiten, wie für eine natürliche Schwangerschaft.

Diese Kosten entstehen

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten Social-Freezing-Kosten bisher nicht. Es fallen neben den Kosten für die Hormonbehandlung auch weitere für die Eizellentnahme, für das Eizellen-Einfrieren und die Lagerung an. Falls es zu einer Befruchtung kommt, entstehen weitere Kosten für die In-Vitro-Fertilisation.