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blonde Ärztin hält den Bauch einer brünetten Schwangeren
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Schwangerschaftsvorsorge: medizinische Begleitung für werdende Mütter 

Vorsorgliche ärztliche Untersuchungen während der Schwangerschaft haben in Deutschland eine über hundertjährige Geschichte. Heute hat jede Frau, die ein Kind erwartet, einen gesetzlichen Anspruch auf regelmäßige medizinische Kontrolle und unterstützende Begleitung in der neuen Lebenssituation. Die einzelnen Vorsorgemaßnahmen legt der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen entsprechend neuester wissenschaftlicher Standards in den Mutterschaftsrichtlinien fest. Die Schwangerenvorsorge verfolgt demnach mehrere Ziele:

  • Sie dient der engmaschigen Überwachung der Gesundheit von Mutter und Kind.
  • Sie ermöglicht die rechtzeitige Erkennung von Risikosituationen und die gezielte Planung individueller Behandlungsmaßnahmen.
  • Sie bemüht sich um eine umfassende Information der Schwangeren, um das Wissen über die Vorgänge während der Schwangerschaft zu vertiefen sowie das Bewusstsein für die eigene Gesundheit und die des Kindes zu wecken.
  • Sie sucht Unsicherheiten und Ängsten gegenüber den körperlichen Veränderungen vorzubeugen.

Grundlage für eine optimale Schwangerenvorsorge ist das uneingeschränkte Vertrauensverhältnis zwischen dem betreuenden Arzt und der werdenden Mutter.

Leistungen der Schwangerenvorsorge

Die Maßnahmen zur gesundheitlichen Vorsorge in der Zeit der Schwangerschaft sind sorgfältig geplant und neuesten medizinischen Erkenntnissen angepasst. Zu den Leistungen zählen:

  • Ultraschalluntersuchungen, Untersuchung der kindlichen Herztöne und die Fruchtwasseruntersuchung bei Frauen ab 35 Jahren oder bei Risikoschwangerschaften,
  • Blutuntersuchungen zur Feststellung von aktuellen oder früheren Infektionserkrankungen,
  • Anti-Immunglobulin-Prophylaxe zur Unterdrückung der Immunreaktion bei rhesusnegativen Frauen, die ein rhesuspositives Kind erwarten,
  • Überprüfung der Zahngesundheit und Beratung zur Mundhygiene im letzten Schwangerschaftsdrittel
  • die Verordnung von Medikamenten, Verbands- und Heilmitteln,
  • die Untersuchung und Beratung der Wöchnerin nach der Geburt.

Der Schwangerschaftsverlauf wird in einem Mutterpass dokumentiert. In diesem sind sämtliche Untersuchungsergebnisse, der errechnete Geburtstermin, Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte sowie der Verlauf der Geburt und der Zustand des Neugeborenen erfasst.

Medizinische Untersuchungen in der Schwangerschaft

Nach dem Ausbleiben der Regelblutung und wenn ein Schwangerschaftstest positiv verlaufen ist, ist es wichtig, so bald wie möglich einen Termin beim Frauenarzt zu vereinbaren. Die optimale Vorsorge beginnt frühzeitig, orientiert sich am Fortschreiten der Schwangerschaft und hat je nach Stadium unterschiedliche Schwerpunkte. Zu Beginn der Schwangerschaft spielt die Beratung zu gesundheitsbewusstem Verhalten eine wichtige Rolle. Hier geht es um

  • die richtige Ernährung und die Abdeckung eines erhöhten Bedarfs an Jod und Folsäure,
  • mögliche Risiken durch die Einnahme von Medikamenten sowie die schädliche Wirkung von Drogen, Alkohol und Nikotin,
  • Empfehlungen zum Freizeitverhalten, Reisen, Sport und Sexualität, einschließlich der Aufklärung über die Gefahren einer HIV-Infektion beziehungsweise einer Aids-Erkrankung

In der medizinischen Erstuntersuchung erfasst der Arzt darüber hinaus

  • die gesundheitliche und soziale Situation der Schwangeren im Rahmen einer ausführlichen Anamnese
  • den Blutdruck und wichtige Laborwerte des Blutes,
  • die Zusammensetzung des Urins, vor allem Eiweißgehalt und mögliche Zuckerausscheidung

Nach der ersten Vorsorgeuntersuchung finden Folgetermine bis zur 32. Schwangerschaftswoche alle vier Wochen statt, anschließend alle zwei Wochen. Im Mittelpunkt stehen

  • die Gewichtskontrolle,
  • Blut- und Urinuntersuchungen,
  • die Überprüfung der kindlichen Entwicklung

Bei unauffälligem Verlauf ist in jedem Schwangerschaftsdrittel je eine Basis-Ultraschalluntersuchung vorgesehen. Die Termine liegen zwischen

  • Anfang 9. und Ende 12. SSW,
  • 19. und 22. SSW,
  • 29. und 32. SSW

Das Screening ist freiwillig und ermöglicht die Überwachung des Schwangerschaftsverlaufs und der kindlichen Entwicklung. Die Krankenkasse übernimmt weitere Ultraschalluntersuchungen, wenn entsprechende Risikofaktoren eine engmaschigere Überwachung notwendig machen.