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Mutter hat ihr Neugeborenes auf dem Bauch liegen
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Natürliche Geburt und was dahintersteckt 

Da es heute möglich ist, eine Kaiserschnittgeburt schon im Vorfeld zu planen, wird der Begriff der natürlichen Geburt heute oft schon als Gegenbegriff zu dieser Art der Entbindung verwendet. Allerdings ist die natürliche Geburt als Begriff eher abzugrenzen gegen die normale Geburt im Kreißsaal, also generell gegen eine Geburt im Umfeld einer Klinik.

In diesem Sinne ist die natürliche Geburt als Möglichkeit zu verstehen, das Kind in der gewohnten Umgebung zu Hause oder in einem Geburtshaus zur Welt zu bringen, betreut von einer qualifizierten Hebamme. Frauen, die sich für diesen Weg entscheiden, treffen diese Wahl dann nicht ausdrücklich gegen die Routine und Versorgungssicherheit, wie sie eine Klinik bietet. Vielmehr bezieht sich die Entscheidung für eine natürliche Geburt auf die Hoffnung, diese möglichst ohne Hilfsmittel, Narkotika und trotzdem schmerzfrei und als besonders schön zu erleben. Dazu ist der Diskussion über natürliche oder normale Geburt häufig noch ein anderer Aspekt beigemischt: In Kliniken, so lassen zahlreiche Statistiken vermuten, wird eventuell häufiger der Kaiserschnitt als Verfahren angewandt als vielleicht notwendig wäre.

Natürlich gebären ohne Angst vor Schmerzen

Die natürliche Geburt setzt, darin sind sich auch die Befürworter der Hausgeburt einig, einiges an Bereitschaft der werdenden Mutter voraus. Denn die natürliche Geburt ist keine Frage der Räumlichkeit oder Anzahl der anwesenden Geburtshelfer. Vielmehr geht es um bestimmte Techniken und eine andere Art der mentalen Vorbereitung und Einstimmung auf den Vorgang der Geburt. Die Befürworter der traditionellen Hausgeburt berufen sich auf die Literatur einiger bekannt gewordender Gynäkologen und Hebammen, die bereits in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ihre Thesen zur natürlichen Geburt veröffentlichten. Der Grundtenor zur natürlichen Geburt gegenüber der normalen Geburt in der Klinik lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Gebärende befindet sich nicht zwangsläufig in Rückenlage, sondern in einer Position, die es ihr ermöglicht, ihre eigene Kraft aktiver und gezielter einzusetzen.
  • Die natürliche Atmosphäre des vertrauten Umfelds trägt deutlich zur mentalen Entspannung bei.
  • Geburtsschmerzen müssen nicht sein, wenn die Schwangere mehr über die Vorgänge weiß, die kurz vor und während der Geburt stattfinden.
  • Die vielzitierten Schmerzen bei der Geburt sind "gelernt", also eher über Hörensagen zur Volksmeinung geworden. De facto könnten Geburten auch vollkommen schmerzfrei verlaufen.

Neue Geburtstrends zwischen Wunsch und Wahrheit

Vielen Menschen ist das Muster der berühmten "Self Fulfilling Phrophecy" bekannt: Was man ständig an ungünstigen Prognosen trifft, erfüllt sich dann zwangsläufig so negativ wie vorhergesagt. Analog dazu gehen die Verfechter der natürlichen Geburt davon, dass erst die Angst vor einer schmerzvollen Geburt die dann tatsächlich auftretenden Schmerzen herbeiführt. Entspannte Frauen mit positiver Erwartung seien hingegen weniger anfällig für eine Geburt mit Schmerzen und Komplikationen. Das Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeiung lässt sich aber auch umkehren: Werdende Mütter, die sich zu sehr dem Trend der natürlichen Geburt verschreiben, können am Ende in eine ebenso verkrampfte Situation geraten. Wofür sich Frau im Vorfeld zunächst entscheiden sollte: für das das klärende Gespräch mit dem Gynäkologen, der das Für und Wider einer natürlichen Geburt nicht pauschal, sondern individuell an der Persönlichkeit und Verfassung der werdenden Mutter ausrichtet.