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Hebamme hält den Bauch einer schwangeren Frau mit blonden Haaren
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Schwangerschaftsvorsorge mit Hebamme: Was spricht dafür? 

In Deutschland ist es für gesetzlich krankenversicherte Frauen möglich, sich im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge für eine Hebamme als feste Ansprechpartnerin zu entscheiden. Die Ausbildung einer Hebamme umfasst viele Bereiche, die ihr erlauben, alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen bei werdenden Müttern vorzunehmen. Davon ausgenommen ist die Ultraschalluntersuchung. Diese können und dürfen nur Gynäkologen bzw. Gynäkologinnen durchführen.

Erst nach der diagnostischen ärztlichen Bestätigung einer Schwangerschaft stellt sich die Frage, ob eine Hebamme zur Betreuung infrage kommt. Ab wann sollte man überhaupt eine Hebamme in Erwägung ziehen und suchen? Einfache Antwort: Am besten nach der ersten Ultraschalluntersuchung in der gynäkologischen Praxis. Drei Ultraschalluntersuchungen gehören generell zum Standard-Vorsorgeprogramm für Schwangere. Die erste aussagekräftige Ultraschallaufnahme erfolgt meistens zwischen der neunten und zwölften Woche. Wenn medizinisch keine möglichen Komplikationen festgestellt werden, kann die Betreuung durch eine Hebamme eine durchaus sinnvolle Option sein.

Welche Vorteile hat die Geburtsvorbereitung mit einer Hebamme?

Werdende Mütter betrachten ihre Schwangerschaft nicht primär unter medizinischen Aspekten. Diese Aufgabe fällt den Gynäkologen zu: Sie beachten vor allem die biologischen Aspekte einer Schwangerschaft und können im Zweifelsfall auch geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn sich Besonderheiten für Mutter und Kinder herausstellen.
Eine Hebamme kann als Ansprechpartnerin zusätzliche Bedürfnisse abdecken: Frauen, die Erfahrungen mit der Betreuung durch Hebammen gemacht haben, betonen vor allem den Faktor Zeit und das persönliche Vertrauensverhältnis. Hebammen stehen im Bedarfsfall auch außerhalb von Praxiszeiten bereit, verfügen über einen größeren Spielraum für persönliche Beratungen und Gespräche und erfüllen das soziale Bedürfnis vieler Frauen, sich während einer Schwangerschaft auch seelsorgerisch intensiver betreut zu wissen. Selbstverständlich ist damit nicht gesagt, dass solche Vorteile durch eine rein ärztliche Betreuung pauschal nicht gegeben sind.

Hebamme für die Vorsorge – eine gute Wahl für Erstgebärende?

Es hängt im Wesentlichen von der individuellen Situation einer werdenden Mutter ab, ob und in welchem Umfang eine Hebamme in Anspruch genommen wird. Frauen, die bereits eine oder mehrere Geburten hinter sich haben, gehen mitunter schon etwas gelassener, entspannter, oft weniger sorgenvoll oder ängstlich mit ihrer Schwangerschaft um. Unter ihnen finden sich dann auch häufiger Frauen, die sich bewusst für eine Hebamme als erste Ansprechpartnerin entscheiden. Und natürlich ist auch der Entschluss zu einer Hausgeburt eng mit der frühzeitigen Entscheidung für eine Hebamme verbunden.

Das Ja zur Hebamme ist kein Nein zur ärztlichen Betreuung

Die mindestens drei Ultraschalluntersuchungen während einer Schwangerschaft – sofern sie in Anspruch genommen werden – zeigen bereits, dass die ärztliche Begleitung ohnehin bestehen bleibt. Die Entscheidung für eine Hebamme ist also keine Pro-und-kontra-, sondern in der Regel eine Sowohl-als-auch-Entscheidung. Viele frauenärztliche Praxen arbeiten in enger Kooperation mit Hebammen zusammen. Man entlastet sich auf diese Weise gegenseitig. Zahlreiche Routinen übernimmt die Hebamme, die medizinische Versorgung – im Falle von Komplikationen – bleibt in letzter Instanz weiterhin bestehen.
Wie werdende Mütter ihre Geburtsvorbereitung gestalten wollen, können sie also durchaus auch mit ihrem behandelnden Gynäkologen besprechen.