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Schreibaby: Was tun, wenn das Kind unaufhörlich schreit? 

Für manche Eltern ist die Freude am Nachwuchs etwas eingetrübt, weil sie mit einem Schreibaby gesegnet sind. In Phasen, die mehrere Stunden andauern können, schreit der Säugling, will sich nicht und lässt sich auch kaum beruhigen, weder durch Schaukeln, Tragen oder Kuscheln. Schreibabys schlafen schlechter als andere Babys und zeigen oft Appetitlosigkeit, obwohl sie hungrig sein müssten. Die Schrei-Attacken ereignen sich zudem an mehreren Tagen in der Woche, sodass die Eltern selbst irgendwann erschöpft sind, weil sie keinen ausreichenden Schlaf mehr finden.

Die erste gute Nachricht besteht darin, dass dieses Phänomen mittlerweile ganz gut erforscht ist. Als häufigste Ursache für das Phänomen des Schreibabys gilt eine Störung der Selbstregulation. Darunter verstehen Psychologen, dass das Baby die vielen Reize nicht verarbeiten kann, denen es ausgesetzt ist.

Die zweite gute Nachricht lautet: Schreibabys sind ein vorübergehendes Phänomen. In der Regel klingt diese Phase nach drei bis vier Monaten wieder ab, in Einzelfällen nach sechs. Wenn der Kinderarzt keine körperlichen Ursachen diagnostiziert und entsprechend therapiert, können Sie davon ausgehen, dass sich dieses Verhalten bald von selbst wieder legt.

Körperliche Ursachen eher selten

Als körperliche Ursache des Schreibaby-Verhaltens können Magen-Darm-Probleme wie Sodbrennen, Koliken oder Blähungen infrage kommen. Die statistische Wahrscheinlichkeit für körperliche oder gar ernährungsbedingte Ursachen ist jedoch eher gering. Ein Blähbauch, auf den Säuglinge generell mit Schreien reagieren, kann durch das Schreien selbst zustande kommen, weil das Baby beim Schreien Luft verschluckt. Wenn der Kinderarzt körperliche Ursachen ausgeschlossen hat, ist die Reizüberflutung des Babys der anzunehmende Grund für das Verhalten.

Reize eindämmen, die das Baby überfordern könnten

Ein Schreibaby scheint noch nicht so ganz einverstanden zu sein mit dem, was es seit seiner Geburt an Reizen und Eindrücken vorfindet. Die Verarbeitung und Einordnung von Gerüchen, Geräuschen, Gesehenem oder an der Haut Gefühlten fällt dem schreienden Neugeborenen offensichtlich schwer. Es ist agil und neugierig, aber eben auch oft überfordert. Es empfiehlt sich, darauf zu achten, auf welche Dinge das Baby eventuell ablehnend oder desinteressiert reagiert, weil es sich überfordert fühlt.

Bei Schreibabys können viele verschiedene äußere Reize in Summe dazu führen, dass es durch Schreien seinen Unmut zum Ausdruck bringt. Daher ist es ratsam, alle infrage kommenden Umweltreize so gut wie möglich zu reduzieren. Zu stark duftende Bettwäsche oder Babykleidung, eventuell zu viele Gegenstände im Sichtfeld oder störende Geräusche können der Grund für Schreibabys Unmut sein. Viel Regelmäßigkeit im Tagesablauf, Rituale, die dem Schreibaby gut tun, helfen auch den Eltern, zu mehr Gelassenheit zu finden.

Was Sie tun können, um sich selbst zu entlasten

So schwierig es sich für Sie als betroffene Eltern anhören mag: Gelassenheit ist oberstes Gebot. Auf den Stress oder sorgenvolle Nervosität der Eltern reagiert das Schreibaby eher noch heftiger. Bitten Sie Freunde oder Verwandte um Entlastung und gönnen Sie sich eine Auszeit. Zudem bieten sogenannte Schrei-Ambulanzen in Kliniken oder Praxen kompetente Beratung, die auf den individuellen Einzelfall gemünzt ist. Hier können gestresste Eltern von einem Schreibaby Ursachen eindämmen lernen und erhalten Tipps, den Alltag besser zu meistern – zum eigenen Wohl und dem des Kindes.