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Bulimie: weitaus mehr als eine Modekrankheit 

Die Bulimie ist eine Essstörung, die mit zum Teil paradoxen Verhaltensweisen und Symptomen einhergeht. Überwiegend Frauen mit Bulimie, darunter insbesondere junge Frauen, bewegen sich nicht selten an der Grenze zur Magersucht. Allerdings können die heftigen Heißhungerattacken mit anschließendem Erbrechen, zumeist durch selbst herbeigeführten Brechreiz, als Folge auch eine Adipositas, also Fettsucht, hervorrufen. Anderseits gibt es unter den Bulimie-Patienten durchaus auch normalgewichtige. Dann deuten keine äußeren körperlichen Merkmale auf das Leiden an dieser Essstörung hin. In jedem Fall entwickelt die Bulimie eine Reihe von Symptomen, die dauerhaft zu ersthaften Schädigungen im Körper führen können. Unter- und Übergewicht allein stellen bei weitem nicht die einzige Beeinträchtigung dar.

Essbrechsucht als scheinbares Mittel zur Gewichtskontrolle

Was die Therapie einer Bulimie erschwert, ist die Tatsache, dass sie in gewissen Berufen nicht als Krankheit gilt, sondern als ein effektives Mittel zur Gewichtskontrolle. Gerade junge Mädchen erleben die glamouröse Welt von schlanken Models, Stars und Sternchen als Vorbild. Entsprechend übernehmen sie deren ungesunde Methoden, ihren Körper zu strapazieren. Und um nichts anderes handelt es sich bei den berüchtigten Heißhungerattacken: gefährliche Strapazen.

Organschädigungen als Folge einer Bulimie

Zunächst führen sich betroffene Patienten eine unverhältnismäßig hohe Menge an Lebensmitteln zu. Nicht selten erreichen sie eine Kalorienmenge von 10.000 Kilokalorien und mehr, das Fünffache des täglichen Bedarfs. Nach der Heißhungerattacke erfolgt die Manipulation des Körpers. Durch Brech- oder Abführmittel, oft auch einfach durch Hineinstecken eines Fingers in den Hals führen sie das Erbrechen herbei. Die gesamte Nahrung „verschwindet“ auf diese Weise wieder aus dem Körper.

Allerdings hinterlassen solche Ess-Brech-Phasen andere Spuren im Körper: Im Magen kann es durch die unmäßigen Mengen an Nahrungsmitteln zu akuten Magenerweiterungen kommen. Die ebenfalls erbrochene Säure schädigt die Speiseröhre, so dass diese neben Entzündungen sogar Risse erleiden kann. Zudem gerät der Vitamin- und Mineralhaushalt des Körpers aus den Fugen. Mangelerscheinungen können dann dauerhaft zu Komplikationen des Herz-Kreislaufsystems sowie zu Nierenschäden und Problemen mit der Bauchspeicheldrüse führen.
Ärzte, die eine Bulimie diagnostizieren, werfen dabei ebenfalls einen kritischen Blick auf die Zähne. Wer ständig zwischen Hungerphasen, Heißhungerattacken und Erbrechen lebt, setzt auch die Zähne ständig den Angriffen der aggressiven Magensäure aus.

Gibt es einheitliche Ursachen für eine Bulimie?

Die erste Antwort lautet: Nein! Wie oft bei Suchterkrankungen, zu denen im erweiterten Sinne auch die Bulimie zählt, können Betroffene regelrecht in ihre Sucht hineinwachsen. Die Methode, sich durch künstlich herbeigeführten Brechreiz überflüssiger Kalorien zu entledigen, kann zur Gewohnheit werden. Häufig ist zusätzlich der Missbrauch von Alkohol und Drogen und Medikamenten mit der Bulimie verknüpft.
Allerdings können auch psychische Faktoren das Krankheitsbild auslösen. Denn was eine Bulimie so gefährlich macht, sind die Phasen, in denen der Patient manchmal tagelang hungert. Diese werden durch Heißhungerattacken kompensiert. Dahinter steckt die Angst vor Gewichtszunahme und deshalb weist die ernsthafte Ausprägung einer Bulimie eine deutliche Nähe zur Magersucht auf. Das vertrauensvolle Gespräch mit einem behandelnden Arzt ist der erste Schritt, eine Bulimie erfolgreich zu therapieren. Gerade die Eltern betroffener Jugendlicher sollten sich nicht scheuen, einen Arzt ins Vertrauen zu ziehen, wenn Anzeichen für eine Essstörung bestehen.